Warum lädt mein Auto so langsam?

Laden

Was die kW-Angabe an einer Ladesäule bedeutet

Die Angabe an einem Ladepunkt ist das Höchste, was diese Hardware liefern kann, und zwar an ein Auto, das alles davon aufnimmt. Sie ist keine Geschwindigkeit, die dir zugesagt wird.

Die App formuliert es genauso. Öffne auf einer Stationsseite die Liste „Stellplätze“: Dort steht an jedem Ladepunkt bis zu 150 kW oder der Wert, für den dieses Gerät ausgelegt ist, und die Steckerauswahl wiederholt die Zahl noch einmal, bevor du startest.

Die Ladesäule bietet Leistung an, und dein Auto entscheidet, wie viel davon es annimmt. Aalto kann keine der beiden Grenzen anheben, der Betreiber ebenso wenig.

Das Laden wird langsamer, je voller die Batterie ist

Das ist der mit Abstand häufigste Grund dafür, dass sich eine Schnellladesäule langsam anfühlt, und es ist normal.

Eine Batterie nimmt Leistung am schnellsten auf, wenn sie ziemlich leer ist. Während sie sich füllt, senkt dein Auto die Leistung stufenweise ab, um die Zellen zu schonen. An einer DC-Schnellladesäule fällt das drastisch aus: Ab etwa 80 % nehmen die meisten Autos nur noch einen Bruchteil ihrer Spitzenleistung auf, und das letzte Stück bis 100 % kann ungefähr so lange dauern wie alles davor. An einer langsameren AC-Ladesäule merkst du davon kaum etwas.

Daraus folgen zwei Dinge:

  • Wer mit ziemlich voller Batterie ankommt, sieht die Spitzenleistung nie. Bei 60 % einzustecken und die Leistung zu erwarten, die es bei 10 % gäbe, ist die häufigste Variante dieser Frage.
  • An einer DC-Schnellladesäule kommst du meist schneller wieder los, wenn du bei etwa 80 % beendest. Danach verbringst du viel Zeit für wenig Reichweite.

Dafür gibt es weder bei uns noch beim Betreiber eine Einstellung. Es ist dein Auto, das seine Batterie schützt.

Prüfe das Ladelimit in deinem Auto

In den meisten Autos kannst du festlegen, bis zu welchem Stand geladen wird, oft 80 %, und bei vielen ist das ab Werk oder aus Gewohnheit vom Laden zu Hause so eingestellt. Nähert sich die Batterie diesem Limit, senkt das Auto die Leistung stark ab und hört dann auf, was an einer Schnellladesäule so aussieht, als würde der Ladepunkt aufgeben. Wenn du bei 70 % eingesteckt hast und das Limit bei 80 % liegt, ist genau das der Fall.

Dieses Limit bewirkt dasselbe, wie wenn du bei etwa 80 % selbst beendest. Es wird nur dann zum Problem, wenn du oberhalb davon eingesteckt hast oder vergessen hast, dass es gesetzt ist.

Zwei Einstellungen gleich daneben wirken an einer langsameren Ladesäule ähnlich. Das zeitgesteuerte Laden verzögert den Start, bis ein Zeitfenster mit günstigerem Strompreis beginnt, oder legt ihn so, dass das Auto pünktlich zu einer von dir eingestellten Abfahrt fertig ist. Eine Begrenzung des Ladestroms, die sich viele Autos pro Standort merken, hält die Leistung niedrig. Beides findest du im Ladebildschirm deines Autos oder in dessen eigener App, nicht in Aalto.

Kalte und heiße Batterien

Die Temperatur verändert, was eine Batterie annimmt, und die Kälte ist das, was die meisten überrascht.

Bei Kälte nimmt eine Batterie deutlich weniger Leistung auf als an einem milden Tag, und die ersten Minuten eines Schnellladevorgangs können langsam sein, während sich die Batterie selbst aufwärmt. Im Lauf des Ladevorgangs wird es meist besser. An einer langsameren AC-Ladesäule zeigt sich die Kälte anders: Die Leistung sieht normal aus, aber ein Teil davon geht ins Aufwärmen der Batterie statt ins Füllen.

Viele Autos können die Batterie auf dem Weg zur Ladesäule vorwärmen, und wo sie das können, bringt es für einen Schnellladevorgang im Winter mehr als alles andere, was in deiner Hand liegt. Wie du es auslöst, ist unterschiedlich. Bei den meisten Autos startet das Vorkonditionieren nur, wenn du die Ladesäule als Ziel im fest eingebauten Navigationssystem des Autos einträgst. Eine Route, die du in Aalto oder einer anderen Handy-App setzt, löst es in der Regel nicht aus. Manche Autos haben stattdessen eine Einstellung zum Vorkonditionieren, die du vor der Abfahrt aktivierst, und manche können gar nicht vorwärmen.

Hitze begrenzt vom anderen Ende her, und die Begrenzung kann von beiden Seiten kommen. An einem heißen Tag oder nach mehreren Schnellladevorgängen hintereinander hält dein Auto die Leistung womöglich niedrig, damit die Batterie im zulässigen Bereich bleibt. Auch die Ladesäule kann ihre Leistung zurücknehmen: Leistungsschränke und flüssiggekühlte Kabel haben eigene Temperaturgrenzen, und Geräte mit hoher Leistung drosseln an sehr heißen Tagen und nach starker Nutzung ohne Pause.

Das Maximum deines Autos

Jedes Auto hat seine eigene Grenze, und bei vielen Autos liegt sie deutlich unter dem, was eine Schnellladesäule anbieten kann. Ein Auto, dessen Spitzenleistung unter der Angabe des Ladepunkts liegt, lädt auch an der schnellsten Hardware, die du finden kannst, nur mit seinem eigenen Maximum.

Langsamere AC-Ladesäulen und dein eigenes Kabel

An den langsameren AC-Ladesäulen, die in Nordamerika Level 2 heißen, wird der Strom im Auto umgewandelt, und die Ladeleistung bestimmt der jeweils niedrigste dieser Werte:

  • Das Bordladegerät deines Autos. Meist die entscheidende Grenze. Nimmt dein Auto 7 kW an, liefert auch ein Ladepunkt mit weit höherer Angabe nur 7 kW.
  • Wie viele Phasen beide Seiten nutzen können. Ein dreiphasiger Anschluss hilft nur, wenn dein Auto alle drei nutzen kann, und ein Auto, das nur eine Phase nutzen kann, bekommt rund 7,4 kW, egal wofür der Ladepunkt ausgelegt ist.
  • Dein eigenes Kabel, wenn du eines mitbringst. Die Angabe steht auf dem Stecker, als Amperewert und als Zahl der Phasen, und ein Kabel mit 16 A oder mit nur einer Phase bremst dich, egal was beide Seiten könnten.
  • Jede im Auto eingestellte Begrenzung des Ladestroms.

Nichts davon ist ein Defekt, und an einer AC-Ladesäule sind das Kabel und diese Begrenzung die beiden Punkte, die du prüfen solltest, bevor du es auf den Ladepunkt schiebst.

Eine ältere Batterie lädt etwas langsamer

Batterien verändern sich mit den Jahren. Sie speichern etwas weniger als im Neuzustand, und das Batteriemanagement geht mit hoher Leistung tendenziell vorsichtiger um. Bei einem älteren Auto siehst du deshalb vielleicht eine etwas niedrigere Spitzenleistung, und das Absenken beginnt etwas eher als früher.

Neben der Temperatur und dem Ladestand der Batterie ist das ein kleiner Effekt, und ein langsamer Ladevorgang liegt fast immer zuerst an diesen beiden. Wenn du ihn sehen willst, vergleiche in deinem Ladeverlauf Ladevorgänge bei ähnlichem Ladestand und ähnlichem Wetter. Ein Ladevorgang im Sommer gegen einen im Winter zeigt dir die Temperatur, nicht das Alter.

Ladepunkte, die sich einen Anschluss teilen

An manchen Standorten teilen sich Ladepunkte einen Anschluss: zwei Steckdosen an einer AC-Säule, die an einem Stromkreis hängen, oder eine Gruppe von Schnellladepunkten an einem Leistungsschrank. Allein kann jeder mit voller Leistung laufen. Gemeinsam teilen sie sich, was der Anschluss hergibt.

Ein Ladevorgang kann deshalb schnell beginnen, einbrechen, sobald jemand neben dir einsteckt, und wieder anziehen, wenn dieses Auto weg ist. In deiner Kurve sieht das nach einer Stufe nach unten auf eine flache Linie aus und nicht nach einem Gefälle.

Die Stationsseite zeigt nicht, welche Ladepunkte sich einen Anschluss teilen, deshalb ist der Einbruch selbst das deutlichste Signal, das du bekommst. Wenn es am Standort einen freien Ladepunkt abseits der anderen Autos gibt, ist ein Umparken oft einen Versuch wert. Allerdings sind es nicht immer die beiden nebeneinander, die sich einen Anschluss teilen, und an einem großen Standort kann die ganze Reihe an einem Schrank hängen. Umparken kostet dich ein paar Minuten, und es hilft nicht, wenn deine Batterie schon so voll ist, dass ohnehin das Absenken die Grenze setzt.

Wenn die App 0 kW anzeigt

Zwei ganz verschiedene Situationen zeigen 0 kW an, ohne dass etwas defekt ist.

Der Ladevorgang meldet, dass nicht mehr geladen wird. Solange ein Ladevorgang noch läuft, aber gerade nicht aktiv geladen wird, wird die Leistung auf 0 kW gesetzt und nicht auf dem letzten Wert stehen gelassen. Dein Auto ist möglicherweise fertig oder nimmt von sich aus keinen Strom mehr an.

Die Ladesäule hat noch nichts gemeldet. Manche Ladesäulen brauchen mehrere Minuten bis zum ersten Messwert, und bis dahin kann ein Ladevorgang bei 0 kW stehen, während dein Auto ganz normal lädt. Wo wir wissen, dass eine Ladesäule das tut, weist dich der Bildschirm des Ladevorgangs darauf hin. Bis die Zahlen nachziehen, sind die Leuchten am Gerät der bessere Anhaltspunkt.

kW und kWh, und wofür du bezahlst

Die beiden Einheiten beantworten verschiedene Fragen. Leistung ist, wie schnell gerade geladen wird, in kW, und der Bildschirm des Ladevorgangs zeigt sie an, während du lädst. Geladene Energie ist, wie viel ins Auto gegangen ist, in kWh, und sie bleibt danach beim Ladevorgang stehen.

Die meisten Stationen rechnen nach Energie ab, pro kWh. Dort kostet dich ein langsamer Ladevorgang Zeit statt Geld, denn dieselbe Energie kostet dasselbe, ob sie 20 Minuten oder eine Stunde gebraucht hat.

Manche Stationen rechnen zusätzlich zur Energie auch nach Zeit ab, manche ausschließlich nach Zeit, mit einem Preis pro Stunde. Dort kostet ein langsamer Ladevorgang tatsächlich mehr, weil der Zeitanteil weiterläuft, solange du lädst. Aalto kennzeichnet solche Preise mit einem ~, denn der angezeigte Preis pro kWh ist eine Schätzung: Was du je kWh wirklich zahlst, hängt davon ab, wie schnell dein Auto lädt. Lädst du langsamer, als die Station ausgelegt ist, fällt der tatsächliche Preis deshalb höher aus als der auf dem Bildschirm.

Standgebühren sind etwas anderes, und sie beginnen, nachdem das Laden beendet ist, und nicht, während es langsam läuft. Wie beende ich meinen Ladevorgang? geht darauf ein.

Deine Ladegeschwindigkeit in der App ansehen

Die meisten Ladevorgänge haben auf dem Bildschirm des Ladevorgangs ein Diagramm der Ladekurve, im Web und in der Aalto-App auf iPhone und Android. Du siehst es, während du lädst, und es bleibt danach beim Ladevorgang erhalten.

Die senkrechte Achse ist die Leistung in kW. Die waagerechte Achse ist der Ladestand deiner Batterie in Prozent, wo das Netzwerk ihn meldet, und sonst die Uhrzeit. Fahre am Computer mit der Maus über die Linie oder tippe sie am Telefon an, halte gedrückt und fahre daran entlang: Dann siehst du die Ladeleistung für diesen Moment, dazu Batterie und Geladene Energie, sofern sie gemeldet wurden.

Eine Leistung, die sinkt, während sich die Batterie füllt, ist normal, und eine, die in Stufen abfällt, ebenso. Auf etwas außerhalb deines Autos deutet eine Stufe hin, die zu einem Ereignis passt und nicht zu deinem Ladestand: ein plötzlicher Einbruch in dem Moment, in dem in der Nähe ein weiteres Auto einsteckt, oder eine Leistung, die nie ansteigt.

Bis mindestens zwei Messwerte vorliegen, steht anstelle der Linie Warten auf Ladedaten ..., und ein Ladevorgang, der ohne genügend Messwerte endet, zeigt stattdessen Für diesen Ladevorgang wurden keine Ladedaten aufgezeichnet.

Wenn es wirklich ein Defekt ist

Langsames Laden ist meldenswert, wenn es zu nichts von dem oben Beschriebenen passt. Die deutlichsten Anzeichen:

  • Die Leistung liegt auch nach fünf Minuten weit unter dem Maximum deines Autos, bei niedrigem Ladestand, mit einer Batterie, die sich auf der Fahrt aufwärmen konnte, und ohne ein Ladelimit dicht über deinem aktuellen Stand. Prüfe auch, wofür der Ladepunkt ausgelegt ist: Ein älteres Gerät mit 50 kW, das 48 kW liefert, arbeitet einwandfrei.
  • Der Ladevorgang fällt immer wieder auf null und zieht dann wieder an.
  • Ein Ladepunkt ist unter denselben Bedingungen deutlich langsamer als der daneben, obwohl beide dieselbe Angabe haben und neben dir nichts eingesteckt ist.

Bevor du es meldest:

  1. Zieh den Stecker, prüfe Stecker und Ladeanschluss auf Eis, Schmutz oder Beschädigungen und steck ihn wieder fest ein. Schlechter Kontakt bringt eine Ladesäule dazu, den Strom niedrig zu halten.
  2. Starte den Ladevorgang erneut, was die meisten einmaligen Zustände ausräumt.
  3. Ändert sich nichts, probier einen anderen Ladepunkt. Ist keiner frei, zeigt dir die Karte, was in der Nähe ist.

Wenn sich ein Ladepunkt anders verhält als sein Nachbar, deutet das auf dieses Gerät hin. Wenn sich zwei Ladepunkte gleich verhalten, sagt das weniger aus. Es kann an deinem Auto oder an den Bedingungen liegen, genauso gut aber am Standort selbst: Dort können sich Ladepunkte einen Anschluss teilen, die Gesamtleistung kann zur Stoßzeit begrenzt sein, oder die Technik läuft zu heiß. Wenn jeder Ladepunkt, den du probierst, langsam ist und dein Auto anderswo normal lädt, ist das trotzdem eine Meldung wert.

Wenn du noch an der Ladesäule stehst, nutze Brauchen Sie Hilfe? auf dem Bildschirm des Ladevorgangs. Damit wird genau die Ladevorgangs-ID vorausgefüllt, die wir brauchen, und das geht schneller, als den Standort aus dem Gedächtnis zu beschreiben.

Um die Ladesäule selbst zu melden, nutze Problem melden unten auf der Stationsseite, melde dich an, falls du nicht schon angemeldet bist, und wähle Laden ist langsam oder bricht ab. Das erreicht unser Team und ändert nicht, was andere Fahrer auf der Karte sehen, und Defekte an der Hardware geben wir an den Betreiber weiter, der als Einziger einen Techniker schicken kann. Du kannst auch den Support kontaktieren und dabei den Namen der Station, die Nummer des Ladepunkts, die auf dem Gerät steht, und ungefähr die Leistung nennen, die du gesehen hast.

Die meisten Stationen rechnen nach Energie ab. Solange der Preis kein ~ trägt, kostet dich ein langsamer Ladevorgang also Zeit statt Geld.